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Teamarbeit - Vorteile von Gruppen
Handelt es sich um ein Problem mit komplizierten Zusammenhängen, eine hochkomplexe Planungsaufgabe oder eine kreative Aufgabe, so ist Teamarbeit

die Arbeit der Gruppe der Einzelarbeit vorzuziehen. Das Wesen der Gruppenarbeit besteht in der Arbeitserleichterung durch Arbeitsteilung und Entlastung und gleichzeitig in einer Produktivitätssteigerung. Die Leistungsüberlegenheit einer Gruppe gegenüber den möglichen Einzelleistungen ihrer Mitglieder ist hoch zu bewerten.

Gemeint sind hier nicht nur Gruppen, die für eine spezielle Aufgabe zusammengestellt werden, sondern auch ganze Abteilungen fallen unter dieses Verständnis einer Gruppe.

Sind Rollen klar verteilt und stimmt die Kommunikation innerhalb dieser Gruppe, werden folgende Vorteile deutlich:

  • Gruppen wissen mehr
    Im Gegensatz zur Einzelarbeit summieren sich die Erfahrungen und Kenntnisse der einzelnen Gruppenmitglieder zu einem „Wissenspool“. Gruppen können Wissenslücken schließen, die ein Einzelner auf Grund seiner Ausbildung und seines Wissens nicht schließen kann oder gar nicht erst erkennt. ??Gerade bei Problemlösungsaufgaben kann die Gruppe durch ihr wesentlich größeres Wissens- und Erfahrungspotenzial neue Wege und Vorgehensweisen finden. Das hilft nicht nur bei der Lösung der Aufgabe, sondern auch den einzelnen Personen in der Gruppe, die aus diesem Potenzial schöpfen und Neues von anderen Gruppenmitgliedern lernen.
  • Gruppen regen an
    Durch Gruppendiskussionen wird die Einzelperson angeregt, über ihre eigene Meinung, aber auch über die der anderen Gruppenmitglieder nachzudenken. Auch der Geltungsanspruch und das Leistungsniveau Einzelner können durch gruppendynamische Vorgänge nachhaltig gesteigert werden.
  • Gruppen gleichen aus
    Gegensätzliche Auffassungen und Auseinandersetzungen sind in einer Gruppe unumgänglich. Durch Zustimmung und Widerspruch Dritter gleicht die Gruppe Meinungsverschiedenheiten aus. Gibt es keine eindeutige Entscheidung zu Gunsten einer Meinung, lebt die Gruppe von Kompromissen.
  • Gruppen entlasten
    Jedes Gruppenmitglied hat bestimmte Fähigkeiten. Einzelne Teilaufgaben, die ein Gruppenmitglied ungern erledigt, weil es diese Aufgaben nicht besonders gut kann, werden durch ein anderes Gruppenmitglied, dessen Stärken in diesem Bereich liegen, verrichtet.
  • Gruppen geben Kraft
    Durchläuft ein Gruppenmitglied eine Phase, in der es unmotiviert ist, bemühen sich die anderen Gruppenmitglieder, geeignete Motivatoren zu finden und das Mitglied einfach mitzureißen. Hilfreiche Gespräche über Probleme außerhalb des geschäftlichen Themas (z. B. in der Familie) kommen bei Gruppen häufig vor.

Teamarbeit – die Kehrseite der Medaille

Gruppen oder Teams sind z. B. für Projektarbeiten fester Bestandteil von Unternehmen. Je nach Motivation oder angesetzten Maßstäben für leistungsfähige Gruppen gibt es auch solche, die nicht nur von sich aus Entwicklungen bremsen. Oft steuert die Unternehmensleitung ihren Anteil dazu bei, frei nach dem Motto:

´Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bilde ich ´nen Arbeitskreis.´

Schwache, schlecht organisierte und geführte Gruppen lassen die o. g. Vorteile euphorisch aussehen und zu Team-Irrtümern werden, wie nachfolgend erläutert:

  1. Alle Mitglieder werden durch das Team aktiviert.
    Irrtum, die Anpassung an eine bestimmte Norm unterdrückt die ´Extremitäten´ des Teams. Es reicht die Leistung weniger Mitglieder, hinter denen sich die anderen verstecken können.
  2. Das Team ist kreativer als Einzelpersonen.
    Irrtum, weil ständige Übereinstimmung die Geistesblitze einzelner Mitglieder auf ein gruppenkonformes Mittelmaß zurechtstutzt.
  3. Das Team übernimmt Verantwortung.
    Irrtum, da eine Verantwortung immer nur durch eine Person getragen werden kann. An viele Personen verteilte Verantwortung kann nicht getragen werden, da diese innerhalb der Gruppe immer nur abgeschoben wird. Am Ende sind alle nur teilweise verantwortlich, was in der Konsequenz zu keiner brauchbaren Entscheidung führt.
  4. Entscheidungen auf Gruppenebene sind besser, weil sie von verschiedenen Standpunkten betrachtet werden.
    Irrtum, eine Entscheidung auf Gruppenebene hat genau wie eine Einzelentscheidung niemals die Berechtigung auf Richtigkeit.
  5. Die Leistungskapazität im Team ist höher.
    Irrtum, da die theoretische Hochrechnung hier nicht zutrifft. (Ein Bäcker backt 500 Brötchen am Tag, was noch lange nicht sicher stellt, dass zwei Bäcker in jedem Fall 1.000 Brötchen am Tag schaffen.) Durch eine größere Zahl an Beteiligten wiegt sich die Gruppe in größerer Sicherheit, dass die Ziele auch im gesteckten Rahmen erreicht werden und nicht etwa schneller. Mathematisch kommt dies einer umgekehrten Proportionalität gleich: Je mehr Beteiligte desto kleiner die Arbeitsleistung pro Person, da für die Gesamtleistung nicht mehr der Einzelne, sondern die Gruppe verantwortlich ist.
  6. Das Team entwickelt viele Alternativen.
    Irrtum, denn gerade Teammeetings mit der Unternehmens- oder Gruppenleitung dies aufgrund zu vieler ´JA-Sager´ verhindern. Es wird nur das gemacht, was ´dem Chef´ gefällt. Die Angst ´geoutet´ zu werden, ist in solchen Besprechungen sehr hoch.

Diese Thesen zeigen, dass in einem Team immer die Gefahr besteht, dass sich einzelne Mitglieder in der Gruppe verstecken und die Einzelleistung nicht so deutlich zu Tage tritt. Ganz nach dem Motto:

T E A M: Toll, Ein Anderer Macht´s

Um diese Einstellung zu vermeiden, müssen leistungsfähige Gruppen nach folgenden Maßstäben gebildet werden:

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Auszug aus unseren Seminarunterlagen: ´Führungsverhalten und Führungspersönlichkeit´

   
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