Teams sind ein wichtiger Bestandteil jeder erfolgreichen Organisation. Die Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten von Teams zu kennen ist notwendig für deren effektive Steuerung.
Zur Gruppendynamik von Teams liegen eine ganze Reihe von mittlerweile bekannten Ansätzen wie die Teamentwicklungsuhr, Gruppenpositionen usw. vor. Spannende und neue Gedanken über Teams kommen aus der Organisationsaufstellung, die hier auf die Führung von Teams übertragen wurde.
Welche wichtigen Gesetzmäßigkeiten und Regeln für Teams gibt es, die jeder Teamleiter beachten sollte?
- Die "alten Hasen" haben die älteren Rechte
Bei gleichgestellten Teammitgliedern haben die Teammitglieder, die länger im Team sind, die bessere Position und die älteren Rechte. Wird diese Position von später dazuge-kommenen Teammitgliedern nicht gewürdigt und anerkannt, ist ein Konfliktpotential angelegt. Dies gilt auch für neue Teamleiter. Jeder neue Teamleiter sollte sich mit den "alten Hasen" im Team gut stellen, da sonst neue Ideen und Impulse nicht greifen. Er muss die Erfahrung und Kompetenzen dieser Teammitglieder schätzen lernen.
- Die Aufgabe steht bei einem Team im Vordergrund
Viele Teams beschäftigen sich nur noch mir sich selbst und haben die Aufgabe und die Zielsetzung des Teams aus dem Auge verloren. Diese Teams sind zu betrieblichen Big-Brother-Gruppen mutiert. Sie beschäftigen sich nur noch mit sich selbst und diskutieren ihre Beziehungsprobleme. Hier sollte der Teamleiter, Aufgaben und Ziele deutlich machen.
- Der Ausgleich von Geben und Nehmen im Team
Alle Teammitglieder führen eine innere Kontoführung. Sind die Bilanzen bei einzelnen nicht ausgeglichen, kommt es zu Unzufriedenheit und Konflikten. Wenn ein Teammitglied zu viel gibt oder andere zu viel nehmen, sind Spannungen im Team vorprogrammiert. Der Teamleiter sollte darauf achten, dass dieses Geben und Nehmen im Team ausgeglichen ist.
- Das Recht auf Zugehörigkeit und die Pflicht zum Einsatz
Jedes Teammitglied hat das gleiche Anrecht dazu zu gehören und seinen Platz sicher zu wissen. Wird sehr leichtfertig mit der Teamzugehörigkeit umgegangen (Versetzungen etc.), wird schnell das Vertrauen im Team verspielt. Längerfristige Motivationsblockaden können die Folge sein. Somit hat auch jedes Teammitglied die Pflicht, einen Beitrag für den Erhalt der Organisation zu bringen.
- Leistung muss sich lohnen
Haben bei gleichbezahlten Teammitgliedern einer oder mehrere besondere Kompetenzen, die sie für das Weiterkommen des Unternehmens einsetzen, müssen diese gewürdigt werden. Eine rein teamorientierte Bezahlung führt zu Demotivation einzelner Teammitglieder und kann dazu führen, dass sie das Unternehmen verlassen.
- Trennungen können heilsam sein
Wenn ein Teammitglied das Unternehmen nachhaltig schädigt und wird ihm nicht gekündigt, führt dies zu Demotivation, Beziehungsproblemen und Vertrauensverlust im Team. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Natürlich ist bei Trennungen wichtig, dass diese mit gegenseitigem Respekt erfolgen. Ungut Gekündigte bleiben den Teammitgliedern oft noch Jahre im Gedächtnis haften.
- Bei Neuem das Alte würdigen
Jede neue Idee stellt eine Kritik der alten Idee dar. Wenn bei Neuerungen im Team alte Vorgehensweisen, die sich teilweise über Jahre bewährt haben, nicht gewürdigt werden, setzt sofort Widerstand ein. Jeder Besserwisser bekommt dies in seiner Umgebung zu spüren. Als Neuer versucht man zunächst das Alte zu verstehen, bevor man mit der Veränderung loslegt. So mancher Missionar ist früher im Kochtopf der Eingeborenen gelandet.
- Leitung muss erkennbar sein
Auch bei team- und gruppenarbeitsorientierten Formen sollte die Leitung klar erkennbar sein und bleiben. Jedes Team hat ein Bedürfnis nach Leitung und Orientierung. Auch bei Gruppenarbeit sollten die Teamziele klar sein. Lässt man ein Team alleine wirken, kann Orientierungslosigkeit und Unsicherheit die Folge sein. Leitung heißt hier nicht, dass man andere autoritär abkanzelt, sondern dass man als Teamleiter Grenzen und Ziele deutlich macht. Führen ist eine Dienstleistung. Es ist auch nicht gut für ein Team, wenn der Team-leiter den Teammitgliedern zu nahe steht. Zum Führen gehört mit ´Alleinstehen´ umgehen zu können.
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